hunde verhalten

Ängstlichkeit
Ängstliche Hunde sind generell unsicher. Selbst in gewohnter Umgebung sind sie oftmals angespannt, hektisch und nervös. Sie erschrecken häufig und zeigen die typische Körperhaltung eines ängstlichen, unterwürfigen und gestressten Tieres (geduckte Haltung, eingezogener Schwanz, angelegte Ohren). Sie sträuben das Fell auf der gesamten Rückenlinie als Zeichen ihrer Unsicherheit und können mitunter vor Erregung speicheln, erbrechen oder auch ihre Stubenreinheit verlieren. 

Diese Probleme sind häufig auf mangelnde Erfahrungen im Welpenalter zurückzuführen, wie z. B. durch Aufzucht in reizarmer Umgebung oder durch längere Krankheit.

Angst
Angst ist eine Reaktion auf einen ganz bestimmten oder mehrere bestimmte Reize. In den meisten Situationen sind diese Hunde völlig entspannt. Sie zeigen die unter Ängstlichkeit beschriebenen typischen Angstsignale erst nach Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz. Dieser kann belebt (Menschen, Tiere), unbelebt (Gewitter, Geräusche) oder auch situationsbezogen (Tierarzt, Treppen usw.) sein.

Auch hier sind eine isolierte Aufzucht sowie negative Erfahrungen in bestimmten Situationen als Ursache zu sehen.

Angstaggression
Bei der Angstaggression ist Angst der Auslöser für aggressives Verhalten. Durch genaue Beobachtung der Körpersprache des Hundes kann man diese defensive Form der Aggression von anderen Aggressionsformen abgrenzen. Angstaggressive Hunde zeigen die typischen Angstsignale, wie etwa eng an den Kopf angelegte Ohren usw. Sie ziehen die Mundwinkel zurück und blecken die Zähne samt Zahnfleisch.

In angstauslösenden Situationen reagieren diese Hunde häufig mit Meideverhalten; d. h. sie zeigen Unterwürfigkeitsgesten, versuchen zu fliehen und sich zu verkriechen. Nimmt man ihnen die Fluchtmöglichkeit oder treibt sie in die Enge, werden sie aggressiv

Trennungsangst
Als Trennungsangst bezeichnet man Angstverhalten, das durch die Abwesenheit des Besitzers ausgelöst wird. Die allein gelassenen Hunde reagieren auf diese Situation mit anhaltendem Jaulen oder Bellen sowie mit deutlichen Stresssignalen (Speicheln, Erbrechen, Unsauberkeit, Futterverweigerung usw.). Besonders belastend für den Besitzer sind Ausbruchversuche des Hundes (Zerstören von Fenstern und Türen) sowie die Zerstörung von Einrichtungsgegenständen.

Betroffen sind Hunde mit mehreren Besitzerwechseln oder solche Tiere, die in Abwesenheit des Besitzers eine negative Erfahrung gemacht haben. Auslöser können aber auch ein Umzug oder eine plötzliche, längere Abwesenheit des Besitzers (z. B. längere Arbeitszeit, Krankenhausaufenthalt) sein.

Phobien
Phobien sind panikartige, unkontrollierte und völlig übersteigerte Angstreaktionen, die in keinem Verhältnis zur Stärke des auslösenden Reizes stehen. Besonders häufig sind Geräuschphobien (Schüsse, Silvesterknaller, Gewitter usw.). Aber auch unbekannte Situationen, wie z: B. das Gehen auf glatten Böden kommen als Auslöser für eine Phobie in Frage.

Meist handelt es sich um ängstliche Hunde, deren Angstreaktion sich im Laufe der Zeit massiv verstärkt. Die körperlichen Anzeichen der Phobie gleichen denen der Angst, sind aber mitunter noch heftiger in ihrer Ausprägung.

Angstbezogene altersbedingte Verhaltensprobleme
Altersbedingte Gebrechen spielen bei der Entwicklung von angstbezogenen Verhaltensproblemen häufig eine Rolle, da alte Hunde, deren Gehör und Sehkraft nachlassen, ihre Umweltreize häufig nicht mehr so gut wahrnehmen können. Sie reagieren verwirrt, erschrecken häufiger, werden unsauber, meiden körperlichen Kontakt und haben veränderte Schlaf-Wach-Rhythmen.

Da Hunde ganz unterschiedlich schnell altern, treten diese Probleme individuell mit einer großen zeitlichen Schwankungsbreite auf.

Auch degenerative Erkrankungen (z. B. der Gelenke oder Wirbelsäule), die mit Schmerzen einhergehen, können zu angstbedingten Problemen beim alten Hund führen. Diese äußern sich darin, dass der Hund körperlichen Kontakt meidet oder sogar angstaggressiv auf Annäherungen reagiert.

Da alte Hunde wegen ihrer mangelnden körperlichen Fitness, nicht mehr wie gewohnt zu den täglichen Aktivitäten mitgenommen werden, entwickelt sich häufig auch Trennungsangst.

Angstbezogene Stereotypien
Hunde mit Stereotypien zeigen anhaltende, sich immer wiederholende Verhaltensweisen, die keinen Bezug zur jeweiligen Situation haben. Häufig gezeigte Stereotypien sind das Belecken einer bestimmten Körperregion bis hin zur Entstehung von Wunden (z. B. an den Pfoten), Flankensaugen, Kreislaufen, Schwanzjagen oder Fliegenschnappen. Oft werden gleichzeitig noch andere angstbezogene Verhaltensprobleme diagnostiziert.

Stereotypien können durch mangelhafte Haltung in extrem reizarmer Umgebung verursacht werden (z. B. Zwingerhaltung, mangelhafter sozialer Kontakt, Kreislaufen). Bei manchen Hunderassen treten bestimmte Verhaltensweisen, wie das Belecken der Pfoten und Kreislaufen, aber auch sehr plötzlich zum Zeitpunkt der Geschlechtsreife auf, obwohl die Haltung keinen Anlass zur Kritik bietet.