FutterErnährung und Futterregeln: 

Eine gesunde ausgewogene Nahrung für die Katze sollte in der Trockensubstanz (ohne Feuchtigkeit), mindestens 26% Eiweiß sowie mindestens 9% Fett enthalten. 

Mit dem Eiweiß werden der Katze die 10 lebensnotwendigen Aminosäuren zugeführt. Mit dem Fett erhält das Tier Energie, fettlösliche Vitamine sowie 30 weitere lebensnotwendige Nährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe). 

Die Nahrung sollte auch aus einem bestimmten Anteil aus Gemüse und Getreide zusammengestellt sein (Ballastoffe = gute Verdauung). Nicht zu vergessen ist reichlich frisches Wasser.

Fertigfutter, die auf der Verpackung als Alleinfuttermittel deklariert ist, enthält alle notwendigen Nährstoffe in ausgewogenem Verhältnis und in den richtigen Mengen.

Eine 10 Wochen alte Katze sollte viermal am Tag gefüttert werden, eine 4 bis 7 Monate alte Katze dreimal, eine ausgewachsene Katze zweimal.

Ganz wichtig: das Stereotyp der Milch schleckenden Katze ist nicht auszurotten, die meisten Katzen vertragen allerdings keine Kuhmilch! Sie reagieren auf die in der Kuhmilch enthaltene Lactose und bekommen Bäuchleingrimmen und Durchfall. Geben sie Ihrer Katze deswegen möglichst nur spezielle Katzenmilch. 

Zur übrigen Ernährung kann man nur folgendes sagen: fragen sie 5 Experten, wie sie ihre Katze am Besten ernähren können, und sie werden 6 verschiedene Antworten bekommen.

Ein paar Richtlinien können wir Ihnen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, trotzdem mit auf den Weg geben. Unsere Ausführungen beziehen sich natürlich nur auf gesunde Katzen. Innere Patienten benötigen natürlich spezielle Diäten, auf die wir hier nicht näher eingehen können.

In Gefangenschaft kann sich das ehemalige Raubtier Katze heute nicht mehr aussuchen, welche Teile der Beute -Fell, Organe, Darm mit pflanzlichem Inhalt, Muskelfleisch usw es frißt. Es ist vielmehr darauf angewiesen, daß sein Mensch die Nahrung richtig zusammenstellt. Mehrere Katzen in einem Haushalt brauchen getrennte Futterplätze ohne Sichtkontakt. Sie vermeiden so Probleme durch Futterneid und können gegebenenfalls Medikamente beimischen.

Fertigfutter ist für Privathaushalte heute die sinnvollste Katzenernährung. Die Zusammensetzung sowie die Zusätze an Vitaminen und Mineralien entsprechen aktuellen Erkenntnissen über den Bedarf der Katze. Fast jede Katze hat Vorlieben für bestimmte Fabrikate und Sorten von Fertigfutter. Und diese Vorliebe wechselt sie meistens nach einigen Wochen schlagartig. Sollte Ihre Katze also bei ungestörtem Allgemeinbefinden plötzlich Ihr bisheriges Lieblingsfutter verweigern, so lange probieren bis Sie ihren neuen Geschmack getroffen haben. Auch das Verfüttern immer derselben Sorte über längere Zeit stellt noch keine "einseitige" Ernährung dar, da jede einzelne Dose in sich ausgewogen ist. Empfehlungen für bestimmte Fabrikate sprechen wir nicht aus. Wenn die Sorte zum Alter Ihrer Katze passt, und die Katze sie mag und verträgt, ist sie für uns ok. Eine aktuelle (02/2002) Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat ergeben, dass es keine Qualitätsunterschiede zwischen Nobelsorten und Billigmarken gibt. Der Unterschied besteht lediglich in der Attraktivität für den Menschen, der ja schliesslich die Kaufentscheidung trifft. Nur für uns sieht sogenanntes "Ragou" aus Pressfleisch eben besser aus als graue, leberwurstartige Sorten. Der Katze sind derartige Überlegungen aber durchaus fremd. 

Selbstkochen kann für Grosshaltungen wie Tierheime oder Züchter finanziell durchaus interessant sein. Natürlich ist es dabei erforderlich, die Zusammensetzung nach Tabellen in der entsprechenden tiermedizinischen Fachliteratur genau auszurechnen und abzuwiegen. Als "Fachliteratur" reichen aber keine "Katzenkochbücher", die von irgendwelchen Laien zusammengeschrieben sind. Für eine oder zwei private Katzen ist es auch wohl kaum rentabel, sich täglich eine Stunde mit dem berechnen und abwiegen der Zutaten zu beschäftigen.Und mit einer einfach nach Gefühl zusammengestellten Ration treffen Sie natürlich nie die richtige Zusammensetzung. Irgendetwas wird immer fehlen oder dafür anderes im Überschuss vorliegen

Die Menge des Futters muß sich allein nach dem Aussehen der Katze richten. Sind Sie unsicher, fragen Sie Ihren Tierarzt, was er vom Ernährungszustand Ihrer Katze hält. Es gibt halt gute und schlechte Esser und Futterverwerter. Deshalb ist jede Rechnerei (x Gramm Futter pro kg Katze etc) sinnlos. Die Katze sollte, wegen ihres kleinen Magens, 2-3 Mahlzeiten pro Tag bekommen. Für schlechte Esser den Napf lieber nur halbvoll machen und evtl später nachlegen. Diese anspruchsvollen Esser schrecken manchmal vor vollen Näpfen direkt zurück. Feuchtfutter nicht längere Zeit im Napf stehen lassen, sondern Reste nach 1/2 Stunde in die Dose zurückgeben und mit Plastikdeckel verschlossen kühl lagern. Angetrocknetes Futter frißt die Katze nicht mehr.

Trockenfutter ist kein Heilmittel gegen Zahnstein. Bei dieser erblichen Krankheit ist eine Zahnsanierung in bestimmten Abständen leider unvermeidbar. Die angeblichen "Zahnpflege-Leckerlies" sind wirkungslos und reine Geldverschwendung.

Wenn Sie außer der Reihe mal Reste aus der Küche oder zur Belohnung etwas Besonderes geben, ist das dann unbedenklich, wenn nicht mehr als ein 1/5 der Tagesration aus solchen Extras besteht. Das Verhältnis der Nahrungsbestandteile in der Gesamtration wird dadurch nur unwesentlich verschoben. Rohes Fleisch darf Ihre Katze nur bekommen, wenn es aus einer Quelle stammt, wo garantiert kein Schweinefleisch verkauft oder verarbeitet wird. Das heißt zB. vom Geflügelhändler oder aus einer türkischen Metzgerei. Alles andere Fleisch (nicht nur das vom Schwein) ist als potentiell mit dem tödlichen Aujetzky-Virus infiziert zu betrachten und sorgfältigst zu garen. Der Virus wird durch tiefkühlen nicht abgetötet. Aujetzky ist für den Menschen übrigens harmlos. Deshalb wird bei der amtlichen Fleischbeschau darauf kein Wert gelegt.

Nach dem Fressen will die Katze zum Trinken gehen. Der Platz des Trinknapfes ist daher mindestens 2 m entfernt vom Futternapf. Ist Ihre Katze Freigänger mit eigenem Grundstück richten sie eine zweite Trinkstelle im Garten ein. Viele Katzen lieben diese "Naturtränke" und nehmen zum Wohle ihrer Nieren mehr Wasser auf als vorher.

Weitere nützliche Informationen finden Sie unter Katzen-Fieber.